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ROHVERSION !


30° mit Schleudergang

Wenn ich Waschtag habe, sortiere ich die Wäsche vorher in meine Waschkörbe. So habe ich z. B. einen mit Kochwäsche, einen mit 60° und einen mit 30° Wäsche. Die Körbe sind dann auf dem Kellerfußboden nebeneinander aufgereiht. Meine Waschmaschine steht auf einem etwa 80 cm hohen Sockel und ich kann sie bei dieser Höhe bequem von vorne ein- und ausladen. Neben der Maschine ist das Kellerfenster, durch dass meine Katzen ständig das Haus verlassen und betreten können.
Nun hatten wir einen schönen Spätsommertag, herrlich sonnig, warm und leicht windig. Ideal zum Wäsche waschen. Ich stopfte also die 30° Wäsche in die Maschine, stellte Temperatur und Waschgang ein und drückte auch die Taste für den Schleudergang. Nach etwa einer Dreiviertelstunde war die Wäsche fertig und ich wollte sie aus der Maschine nehmen. Die Badezimmermatte, die anschließend gewaschen werden sollte, lag schon im Waschkorb unterhalb der Ladeluke. Ich nahm nun also nacheinander die Wäschestücke heraus. Plötzlich plumpste etwas matschig-graues auf meine Badezimmermatte. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich hier um eine junge Ratte handeln mußte. Sie sah aus., als hätte sie ihre Nase in eine Steckdose gedrückt. Das Fell stand in tausend kleinen Spitzen in alle Himmelsrichtungen ab und die Augen waren geschlossen. Vorsichtig stupste ich das Tier an. Sie schwankte leicht hin und her, blieb aber sitzen. Ich gab bei diesem erbärmlichen Anblick nicht mehr viel für ihr Leben und dachte, dass es wohl das Beste wäre, sie in eine ruhige Ecke zu setzen und sie in Ruhe sterben zu lassen. Ich holte also einen großen Eimer, füllte den Boden mit alten Stoffresten aus und legte das Tier vorsichtig darauf. Sie setzte sich aber wieder hin und zwar so, dass ihr Kopf mit der Stirnseite an der Eimerwand lehnte. Wahrscheinlich drehte sich für sie die Welt noch immer mit 800 Touren und sie suchte Halt an der Wand. Damit meine Katzen sie nicht vorzeitig entdecken würden, habe ich noch ein Tuch über den Eimer gelegt und das Ganze dann im Wintergarten auf einem Hocker hinter den Blumen versteckt. Hier sollte wohl Ruhe genug sein.
Nach etwa einer Stunde wollte ich nachsehen, ob das Tier noch am Leben war. Vorsichtig hob ich das Tuch an und sah in den Eimer. Ich wollte meinen Augen nicht trauen. Da saß doch dieses kleine Rattentier und putzte sein Fell ausgiebig. Es glänzte wie frisch gewaschen und auch die schwarzen Knopfaugen hatten einen gesunden Glanz. Keck sah sie mich an und streckte sich zum Rand des Eimers hoch. Noch bevor ich es verhindern konnte, machte sie einen Satz und war aus dem Eimer herausgesprungen. Mit schnellen Sprüngen rannte sie an der Hauswand entlang zur offenen Tür und dann quer über den Rasen unter den Büschen hindurch zum Graben.

Ich glaube, sie hat nur noch gedacht, so schnell und so weit wie möglich zu verschwinden. Und wenn Ratten erzählen können, dann wird sie diese Geschichte sicherlich noch ihren Urenkeln erzählen und sie davor warnen auch nur in die Nähe unseres Hauses zu gehen.


Anne-Doris Meyer für den Tierschutz Stadt Langen



Die Geschichte von Rocky, der jetzt Mucki heißt.

Als Rocky noch ein kleines Kätzchen war, holt ihn eine nette Dame aus dem Tierheim zu sich nach Hause. Dort hatte er es sehr gut. Er durfte in der ganzen Wohnung herumtollen, hatte ein warmes Plätzchen zum Schlafen und bekam gutes Futter und auch viele Streicheleinheiten. Rocky liebte das alles sehr und ganz besonders liebte er sein Frauchen. So vergingen die Jahre. Rocky wurde älter und sein Frauchen auch. Und Frauchen wurde krank. Sie wurde sehr vergeßlich, manchmal vergaß sie auch Rocky. So bekam er zeitweilig kein Futter und keine Streicheleinheiten und es gab sogar Schläge. Rocky verstand das nicht aber sein Frauchen liebte er trotzdem. Eines Tages wurde sein Frauchen dann aber abgeholt. Man brachte sie in ein Pflegeheim.Die Nachbarin wollte sich zunächst um den Kater kümmern und es sah fast so aus, als hätte er schon ein neues Zuhause gefunden. Aber dann wollte sie den Rocky doch nicht behalten. Sie rief beim Tierschutz Stadt Langen an und bat uns, den Kater sofort abzuholen. Wir erklärten ihr, dass wenn sie den Kater ins Tierheim bringen muß, sein Schicksal wohl besiegelt wäre. Rocky war mittlerweile gut 11 Jahre alt und so alte Tiere zu vermitteln, ist so gut wie aussichtslos. Am Wochenende sollte eine Anzeige in der Nordsee-Zeitung erscheinen, aber nicht einmal so lange durfte Rocky bleiben.Für uns war das natürlich gar keine Frage. Rocky konnte erst einmal bei uns bleiben und alles weitere würde sich zeigen. So kam Rocky an einem Mittwoch Nachmittag mitsamt Katzenkorb und Futterdosen. Unser Tierarzt, Dr. Floride , hatte Rocky vorher untersucht. Er war gesund und hatte keine ansteckenden Krankheiten, er war eben nur alt. Das erste was uns auffiel war, dass zu diesem Katerchen der Name nicht paßt. Unter Rocky hatte ich mir einen etwas rundlichen, muskulösen Kraftprotz vorgestellt. Dieses Tierchen war sehr schlank, um nicht zu sagen mager. Und er war überhaupt nicht protzig sondern sehr verschmust und zutraulich. Obwohl er uns überhaupt nicht kannte, kam er gleich zum Streicheln auf den Schoß und folgte uns auf Schritt und Tritt. Er wollte nicht alleine sein. Auch unsere Hunde und Katzen konnten ihn nicht erschrecken. Rocky suchte immer wieder die Nähe des Menschen. Die Nacht verbrachte er am Fußende im Bett unserer Tochter. Und auch die nächsten beiden Tage blieb er oben in ihrer Wohnung. Dort war es doch etwas ruhiger als bei uns unten.

Am Samstag war die Anzeige in der Zeitung, unsere Telefonnummer war angegeben. Der Tag verstrich ohne einen Anruf. Am Nachmittag klingelte das Telefon. Eine nette weibliche Stimme fragte, ob der Kater noch da ist. Ich erzählte der Frau kurz Rocky´s Geschichte und wir vereinbarten, dass sie mit ihrem Mann am Sonntag Vormittag um 10.00 Uhr zu uns kommen würden, um sich Rocky anzusehenPünktlich erschienen sie am Sonntag zu dritt. Eine Verwandte hatte sie mit ihrem Auto zu uns gefahren. Alle wurden zunächst von unseren beiden Hunden Benji und Nikita stürmisch begrüßt. Als wir endlich alle in der Stube einen Platz gefunden hatten holten wir Rocky von oben. Er kam in die Stube, ging zuerst zu der Frau und ließ sich streicheln. Dann wollte er wieder zur Tür. Der Ehemann der Frau holte ihn sich auf den Schoß und streichelte ihn ausgiebig. Es gefiel ganz offensichtlich beiden sehr. Rocky rührte sich nicht weg. Er schnurrte ganz genüßlich. Ich glaube, es war für beide „Liebe nach dem ersten Streicheln“. Etwas Unsicherheit blieb aber doch noch vorhanden. Rocky war ja auch wirklich ziemlich mager. Aber dann sagten die Beiden: “Ach wissen Sie, wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Warum soll das Katerchen nicht mit uns zusammen alt werden?!!“ Wir vereinbarten dann, dass Rocky noch von ihrem Tierarzt untersucht werden soll und wenn auch dieser keine Bedenken hätte, würde dieses liebe Katzenwesen schon bald wieder ein gutes neues Zuhause finden.Am Montag brachten wir den Rocky zum Tierarzt der seiner neuen Familie. Auch dieser befand den Kater für gesund und so nahm die Geschichte ein gutes Ende. Rocky ist in seinem neuen Heim eingezogen. Er war dort sofort Zuhause und fühlte sich wohl. Überall waren warme Plätzchen für ihn eingerichtet, eine Decke auf der Fensterbank über der Heizung, ein Schaffell auf dem Sessel und immer ein Platz auf dem Schoß von Frauchen oder Herrchen. Streicheleinheiten wird es jetzt wieder in Hülle und Fülle geben und auch ein gutes Futter.

Wenige Tage späterhaben wir noch einige Sachen von Rocky nachgeliefert. Wir wurden von einer zufriedenen „Familie“ begrüßt. Rocky hatte allerdings seinen Namen ändern müssen. Er heißt jetzt „Mucki – Rock“, wird aber nur Mucki gerufen und hört auch darauf. Ein Name, der viel besser zu ihm paßt. Unter diesem Namen wird die Geschichte von Mucki auch Einzug halten in das „Katzenbuch“ von seinem neuen Herrchen. In diesem von ihm selbst über viele Jahre geführten Buch sind die Geschichten aller Katzen verewigt, die eine Zeit lang das Leben des Ehepaares begleitet haben. So berichtete er jetzt auch über Mucki z. B., daß es zu Anfang doch einige kleine Schwierigkeiten mit dem Katerchen gab. Mucki hatte zeitweilig sein Futter wieder erbrochen und wurde darum nochmals vom Tierarzt untersucht. Die Ursache war aber wahrscheinlich die schlechte Ernährung der letzten Zeit. Mucki muß sich erst wieder an das gute Leben gewöhnen. Nach einigen Tagen mit „Diäternährung“ hat sich dieses Problem auch gelöst. Jetzt geht es Mucki richtig gut. Wie sein Herrchen in seinem Bericht am Ende schreibt sind die wichtigsten Dinge für Mucki „das Fressen, das Schlafen, das Katzenklo und seine Streicheleinheiten“.
Hier zeigt es sich wieder einmal sehr eindrucksvoll, daß auch ältere Tiere durch das Vertrauen und die Liebe, die sie uns Menschen entgegenbringen sehr viel Freude schenken können. Um das begreifen zu können, müssen aber wohl auch die Menschen erst etwas älter und lebenserfahrener sein, oder?!


Anne-Doris Meyer für den Tierschutz Stadt Langen



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